you made a capital mistake, go back to idee

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Persönliche Hintergrundinformationen zum Projekt:

Als ich 1971 zum ersten Mal in Paris war, hatte ich mich gleich in diese Stadt verliebt. Es sollten noch über fünfzig weitere Besuche folgen, etwa zehn davon mit dem Vienna Art Orchestra. Allerdings hat sich meine Liebesbeziehung zu Paris in den letzten Jahren zusehends verflüchtigt, da sich diese Stadt immer mehr in eine gigantische Falle für siebzig Millionen ahnungslose Touristen verwandelt, alle auf der Suche nach einem imaginären, nicht mehr existierenden Paris der 20er Jahre.

Die Auswahl der sechsundzwanzig KünstlerInnen ist natürlich subjektiv, wobei es gar nicht so leicht war, den dreizehn Künstlern dreizehn adäquate Frauen gegenüberzustellen. Ein Entdeckung für mich ist die Wiener Pionierin der österreichischen Fotographie, Dora Kallmus, eine der ganz wenigen ÖsterreicherInnen, die zu dieser Zeit in Paris waren. So sind zumindest vier Künstlerinnen von ihr portraitiert, die Künstler alle von May Ray, außer denen, die sich gegenseitig karikiert haben.

Zu vielen der Anwesenden habe ich einen künstlerischen oder auch biographischen Bezug. So spielten wir 1983 The Minimalism of Erik Satie ein (bis heute unser meist verkaufte Tonträger) und 1993 La Belle et la Bête, nach dem gleichnamigen Film von Jean Cocteau. 1989 arrangierte Uli Scherer Strawinskys Ragtime fürs VAO und zwei Songs nach Texten von Gertrude Stein sind ebenfalls auf VAO-CD’s zu finden. Alberto Giacometti besuchte die gleiche Schule wie ich und Sophie Täuber Arp ist in Davos geboren, unweit davon, wo ich aufgewachsen bin. Aber die Hauptinspiration für das ganze Projekt kommt letztlich aus Alejo Carpentiers Roman Sacre du Printemps, der zu einem großen Teil im Pariser Künstler- und Intellektuellenmilieu spielt, wobei Carpentier fast alle persönlich gekannt hat. Er wurde übrigens später Kulturminister in Havanna wobei e r als der große Entdecker, Förderer und Archivar der lateinamerikanischen Musik gilt. Und falls man die Tischordnung analysiert, stößt man auf manch interessante Details.

mathias rüegg



Idee & Konzept: mathias rüegg
Videos: Gernot Bernhaus
Visualisierung: Herbert, Anna & Dagmar Wulz
Tischkarten: Eva Salfellner & mathias rüegg
Biographien und Werkauswahl: mathias rüegg
Textauswahl: Herta Hofkrichner & mathias rüegg
Bildauswahl: mathias rüegg
Korrekturen: Anja Weiberg
Programmfolder: Andy Orel


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